Große Klappe – viel dahinter

Rasteder Schüler nominiert für Niedersächsischen Kurzfilmpreis

Datum: 15.02.2017 geschrieben von: Frank Jacob
Tags: Kunst Wettbewerb

Die Jugendlichen greifen die Themen Ausländerfeindlichkeit und Brandanschläge auf. Gedrehtwurde in Rastedeund in Hahn-Lehmden. VON FRANK JACOB RASTEDE–

Eine Schülergruppe der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede ist für den Niedersächsischen Kurzfilmpreis nominiert worden. Die Jugendlichen greifen in ihrem Beitrag „Dunkler Rauch“ die Themen Ausländerfeindlichkeit, Brandanschläge und Übergriffe auf Flüchtlingseinrichtungen auf. An diesem Mittwochnehmen sie im Astor Grand Cinema in Hannover an der Preisverleihung teil. „Wir haben gehört, dass viele Vorurteile gegen Flüchtlinge bestehen“, sagt die 16-jährige Lysann Zdarsky. Zusammen mit Maart Wilken(16), Malte Hedemann (17), Keno Fuhrken(16), Celin Ildiz(16), Jasmin Hellwig (16) und Nalin Altin(17) drehte sie daher den fünfeinhalb Minutenlangen Kurzfilm, der das Wettbewerbsmotto „ganz schön ungerecht“aufgreift. Worum geht es in dem Beitrag? Als in ihrem Laden etwas gestohlen wird, beschuldigt die Verkäuferin sogleich zwei Flüchtlinge. „Dabei waren es Deutsche“, sagt LysannZdarsky.

Die Deutschen müssen daraufhin Sozialarbeit leisten, worüber sie sich aufregen. Sie geben den Flüchtlingen die Schuld, weil die sie verpetzt hätten, schildert Maart Wilken die weitere Handlung. Die Deutschen wollen sich rächen und zünden eine Flüchtlingsunterkunftan. „Wir haben in Hahn-Lehmden und in Rastede gedreht“, erzählt Wilken. Schauplätze sind unter anderem eine Privatwohnung, vor dem Kindergarten und eine Boutique in Rastede. Drei Tage dauerten die Dreharbeiten. Vorher hatten die Schüler das Drehbuch geschrieben, hinterher standen Schnitt und Nachbearbeitung auf dem Programm. Der Kurzfilm entstand im Kunstunterricht mit Lehrerin AlinaEdelmann. „Allein die Nominierung ist schon toll“,sagt sie.

Nun seien alle gespannt auf das Urteil der Jury. „Ich glaube, die filmische Darstellung ist uns gut gelungen“, sagt Malte Hedemann, der bereits Erfahrungen als Kameramann gesammelt hat. In der Schule gab es im Vorfeld auch eine Unterrichtseinheit zum Thema Film. „Da haben wir uns vorallem theoretisch zum Beispiel mit Kameraeinstellungen beschäftigt“, berichtet Lysann Zdarsky. Im Kunstunterricht entstanden zudem weitere Kurzfilme. „Drei haben wir eingeschickt, einer wurde nominiert“, sagt Wilken, der sich darüber natürlich ebenso wie seine Mitschüler freut.