Am Montag, den 20.04.2026, ging es für 14 Schüler*innen der Erasmus-AG – einschließlich mir – endlich nach Italien. Um 5:30 Uhr mussten wir bereits am Bahnhof in Oldenburg stehen.
Von dort fuhren wir zuerst nach Bremen, dann weiter nach Hannover und schließlich mit dem ICE nach München. Nach etwa sieben Stunden Zugfahrt kamen wir am Flughafen an, checkten ein und gaben unser Gepäck auf. Als wir schließlich im Flugzeug saßen, war die Aufregung bei einigen ziemlich groß, da manche noch nie geflogen waren. Der Flug war aber total entspannt – wir haben sogar kostenlose Schokolade bekommen.
Am Flughafen in Rom angekommen, waren wir alle schon ziemlich müde. Trotzdem fiel sofort auf, dass es dort selbst am Abend deutlich wärmer war als in Deutschland. Gegen 21:30 Uhr kamen wir nach viel Wartezeit und einer weiteren Zugfahrt endlich am Bahnhof in Fondi an, wo wir herzlich von unseren Gastschüler*innen empfangen wurden. Natürlich wurden direkt die ersten Fotos gemacht, bevor wir zu unseren Gastfamilien fuhren und dort noch spät zu Abend gegessen haben.
Am nächsten Tag ging es für uns in die Schule. Dort bekamen wir zuerst eine kleine Führung und anschließend ein herzliches Willkommensfrühstück. Danach zeigte uns eine italienische Schülerin, die Deutsch lernte, ihren Heimatort Fondi. Wir besuchten ein kleines Burgmuseum, eine Kirche und liefen durch die schönen Straßen der Stadt.
Nach der Tour ging es erstmal wieder mit unseren Gastschüler*innen nach Hause zur Mittagspause. Am Nachmittag wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe zum Roten Kreuz ging, half meine Gruppe in einer Art Jugendhaus Kindern bei den Hausaufgaben. Danach spielten wir gemeinsam Spiele und machten kreative Aufgaben. Zum Beispiel bauten wir aus Holz Handyhalterungen in Tierform oder stellten Teller aus Ton her. Obwohl die Verständigung manchmal schwierig war, waren alle total herzlich. Einige der Kinder – die meisten noch in der Grundschule – konnten sogar schon richtig gut Englisch. Es war ein toller erster Tag mit vielen neuen Eindrücken und netten Menschen. Am Mittwoch, den 22.04., ging es mit dem Zug nach Neapel („Napoli“). Gemeinsam mit denitalienischen Schülerinnen und Lehrerinnen schauten wir uns die Stadt an und besuchten den „Duomo di Napoli“, also den Dom von Neapel. Dort bekamen wir sogar eine kleine Führung von einer Touristenführerin. Nachdem wir Neapel als große Gruppe erkundet hatten, durften wir später noch in kleineren Gruppen mit unseren Gastschüler*innen alleine durch die Stadt laufen. Auch dieser Tag war wunderschön, aber ziemlich anstrengend.
Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus an den Strand von Terracina. Dort fand eine große Strandmesse mit vielen verschiedenen Ständen statt. Wir machten Yoga, spielten Beachbasketball, nahmen an einem Workout mit Kopfhörern teil und schauten Rettungshunden dabei zu, wie sie Menschen aus dem Wasser retteten. Danach hatten wir noch etwas Freizeit am Strand und schauten uns die Stadt an. Dort gibt es unter anderem Ruinen eines alten römischen Amphitheaters sowie weitere Überreste aus der Römerzeit.
Am Freitag waren wir morgens wieder in der Schule und durften etwas Chemieunterricht miterleben. Wir lernten etwas über Säuren und Basen und stellten unseren eigenen „chemischen Garten“ her. Mittags gingen wir zu einer italienischen Lehrerin nach Hause und durften dort unglaublich viel Pasta essen. Am Nachmittag wurden die Gruppen vom Dienstag getauscht. Diesmal war ich beim Roten Kreuz. Zuerst packten wir im Lager Lebensmittel für bedürftige Menschen in Taschen – ähnlich wie bei der Tafel in Deutschland. Danach machten wir einen kleinen Reanimationskurs und schauten uns einen Krankenwagen von innen an. Am Abend trafen sich einige von uns noch mit ihren Gastschülerinnen und deren Freundinnen in Fondi.
Am Samstag war in Italien Feiertag. An diesem Tag wird die Befreiung Italiens im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Viele von uns fuhren nach Sperlonga an den Strand und verbrachten dort einen schönen letzten Tag mit ihren Gastschüler*innen. Sperlonga ist wirklich wunderschön und wird oft „Little Greek“ genannt, weil die Stadt ein wenig wie Griechenland aussieht.
Am Sonntag wurden wir von unseren Gastfamilien zum Bahnhof gebracht und verabschiedet. Danach ging es für uns weiter nach Rom. Dort gaben wir zuerst unser Gepäck ab und erkundeten anschließend die Stadt. Wir besuchten das Kolosseum, den Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe und das „Monumento a Vittorio Emanuele II“. Danach hatten wir noch etwas Freizeit, um durch die Einkaufsstraßen zu laufen und in einigen Geschäften zu stöbern. Am Abend holten wir unsere Koffer wieder ab und fuhren zu dem Campingplatz, auf dem wir die nächsten zwei Nächte übernachteten.
Am Montag ging es natürlich erneut nach Rom. Morgens bekamen wir eine Führung durch die älteste Eisdiele der Stadt. Sie wurde von der Familie Gobetti während des Krieges gegründet, um Bedürftigen zu helfen. Dort durften wir sogar selbst Eis herstellen und anschließend verschiedene Sorten probieren. Danach gingen wir wieder ins Zentrum von Rom und schauten uns das Pantheon an. Anschließend hatten wir Mittagspause und durften uns wieder in kleinen Gruppen frei bewegen. Nachmittags liefen wir zur Vatikanstadt und schauten uns dort um. Im Petersdom waren wir leider nicht.
Am Abend ging es zurück zum Campingplatz. Dort packten wir unsere Koffer und verbrachten unseren letzten Abend in Italien, bevor wir am nächsten Morgen bereits um halb fünf zum Flughafen in Rom aufbrechen mussten, um die Rückreise nach Deutschland anzutreten.
Der Austausch war für uns alle eine unvergessliche Erfahrung. Wir haben viele neue Menschen kennengelernt, spannende Orte gesehen und einen tollen Einblick in das italienische Leben bekommen.